Impfungen für Olympia spenden? Michael Groß mit ungewöhnlicher Idee

23.02.2021, 19:06Uhr

Impfungen für Olympia spenden? Michael Groß mit ungewöhnlicher Idee© picture-alliance

Seine insgesamt drei Olympiasiege als „Albatros“ sind schon über drei Jahrzehnte her, doch den Sport trägt Michael Groß immer noch im Herzen. Wohl auch deshalb äußerte sich der 56-Jährige nun über das sogenannte Playbook, in dem die Organisatoren Vorgaben für den Ablauf der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli – 08. August) unter Pandemiebedingungen festgehalten haben. Und als Fazit dazu regt Michael Groß die Diskussion über Impfspenden für Olympiateilnehmer*innen an.

Groß hat demnach Zweifel, dass alle Regelungen und Abstandsgebote eingehalten werden können. „Das geht selbst in einem kontaktlosen Wettkampfsport, wie im Schwimmen, nicht“, schrieb er auf dem Portal Xing. Ohne Impfung aller Beteiligten könne Olympia guten Gewissens für ihn daher nicht stattfinden.

„Diese Diskussion, ob Sportler frühzeitig geimpft werden, müsste auch bei uns geführt und entschieden werden.“

Bei diesem Thema agiert das Internationale Olympische Komitee (IOC) bislang allerdings deutlich zurückhaltender. Denn die Nationen müssen selber entscheiden, ob ihre Sportler*innen rechtzeitig geimpft werden. „Diese Diskussion, ob Sportler frühzeitig geimpft werden, müsste auch bei uns geführt und entschieden werden. Und zwar jetzt, damit rechtzeitig geimpft werden könnte. Bis dahin hängen unsere Sportler in der Luft, was aus Tokio 2021 wird“, so Groß.

Es geht Michael Groß dabei auch um Chancengleichheit

Der Schwimmstar regte zudem an, dass andere Impfberechtigte Athlet*innen für einen Olympia-Start freiwillig den Vortritt beim Coronaschutz lassen, ihre Impfung also quasi zu spenden. „Eine ungewöhnliche Idee in einer außergewöhnlichen Zeit. Ich wäre dazu bereit, falls es die Möglichkeit gäbe. Denn ich weiß zu gut, was es bedeutet, wenn unverschuldet ein Lebenstraum zerplatzt. Mit zwei kleinen Stichen in den Arm bliebe die Chance auf Tokio 2021 und eine gesunde Rückkehr aller Beteiligten erhalten“, schrieb Groß: „Wahrscheinlich werden nur wenige Wochen liegen zwischen einer notwendigen Impfung der Sportler und einem Angebot an uns alle.“

Deutsche Verbände und Sportler*innen hatten sich zuletzt immer wieder gegen eine Bevorzugung von Aktiven bei der Impfung gegen das Virus Sars-CoV-2 ausgesprochen. Priorität bei der Immunisierung haben die besonders gefährdeten alten Menschen, Personen mit gesundheitlichen Problemen sowie medizinisches und Pflegepersonal. Groß sieht seinen Vorschlag aber auch als Idee zur Wahrung der Chancengleichheit. „Denn jedes Land hat einzeln zu entscheiden, ob und wie die Sportler rechtzeitig vor Olympia geimpft werden. Garantiert werden etliche Länder nicht zögern, ihre Sportler zu schützen“, meinte der Hesse.