Märtens verbessert Uralt-Rekord von „Albatros“ Groß

20.12.2020, 19:03Uhr

Märtens verbessert Uralt-Rekord von "Albatros" Groß© Jo Kleindl

Dieser Tage hatte Florian Wellbrock im „Sportschau“-Podcast erzählt, dass die Vorfreude auf die Olympischen Spiele in Tokio im Sommer 2021 durch die zusätzliche Wartezeit bei ihm immer mehr steigt. Am Wochenende zeigte der Doppel-Weltmeister bei einem kleinen Stützpunkt-Wettkampf daheim in Magdeburg dann auch, dass bei ihm der Formaufbau dafür stimmt. Nach starken Auftritten am Samstag über 400m (3:47,36 Minuten) und 1500m Freistil (14:58,64) ließ der 23-Jährige am Sonntag über 800m (7:50,67) eine weitere Weltklassezeit folgen. Auch die WM-Zweite Sarah Köhler untermauerte mit ihren 8:27,83 wieder ihre olympischen Ambitionen.

Im Sog der beiden Stars wächst in Magdeburg offensichtlich aber noch ein weiterer Weltklasse-Schwimmer heran. Über 800m kraulte Lukas Märtens starke 7:57,07, noch besser war allerdings sein Rennen über die 200m kurz zuvor. Da kraulte Märtens quasi im Alleingang 1:47,24 Minuten und verbesserte damit den ältesten deutschen Altersklassenrekord von „Albatros“ Michael Groß aus dem Jahr 1983 (1:47,82). Und die Normzeit für Tokio ist mit 1:46,70 auch nicht mehr weit weg für den 2,04-Meter-Schlaks, der erst am kommenden Sonntag 19 Jahre alt wird.

EM-Norm auch über 200m Rücken schon erfüllt

„Lukas ist technisch sehr gut und hat noch jede Menge Potenzial. Noch haben wir ja nicht einmal mit der Spezialisierung begonnen“, lobte Bundestrainer Bernd Berkhahn seinen Schützling. Tatsächlich ist Märtens‘ Bandbreite erstaunlich: Über 200m Freistil ist er nun schneller als Michael Groß einst, und über 800m schneller als Wellbrock einst in diesem Alter. Und auch über 200m Rücken hatte er bereits im Juli mit 1;59,32 Minuten die Normzeit für die EM im Mai in Budapest unterboten. Aber bei der aktuellen Leistungsentwicklung liegt nun auch ein Olympiaticket definitiv im Bereich des Möglichen.

Berkhahn freut das auch in seiner Funktion als Team-Chef des Deutschen Schwimm-Verbandes: „Lucas Matzerath und Ole Braunschweig blieben am Samstag bereits unter der Olympianormzeit, Lukas Märtens nähert sich ihr auf mehreren Strecken an. Das lässt für die Olympia-Qualifikation im Frühjahr einiges erwarten, es geht jetzt richtig was ab bei den Jungs. Wir haben diese Entwicklung bei unseren Talenten natürlich für möglich gehalten und auch erhofft – aber wir freuen uns nun auch sehr, wenn sie jetzt auch nachgewiesen wird.“