Wasserball Männer hoffen auf ihre Chance beim Olympia-Qualifikationsturnier

13.05.2020, 12:02Uhr

Bei den Olympischen Spielen treten im Wasserball 12 Teams bei den Männern und 10 bei den Frauen gegeneinander an. Für Deutschland hoffen die Männer auf ihre Chance, sich eins der letzten drei Tickets beim Olympia-Qualifikationsturnier zu sichern. Denn das wäre die erste Teilnahme eines DSV-Teams an den Olympischen Spielen seit 2008. Damals in Peking waren die heutigen Routiniers Julian Real und Marko Stamm auch schon dabei.

Beide sind inzwischen wichtige Führungsspieler und hatten sich mit einem Nasenbeinbruch bzw. einem Trommelfellriss durch die Vorbereitung auf das Olympia-Qualifikationsturnier in Rotterdam (NED) gequält. In Rotterdam sollten im März 2020 die letzten drei Tickets für Tokio ausgespielt werden. Doch nur drei Tage vor dem ersten Spiel gegen den Gastgeber erfolgte plötzlich der Lockdown wegen der Coronavirus-Pandemie.

„Das hat uns richtig hart getroffen. Seit Mitte Dezember haben wir auf die Olympia-Qualifikation hingearbeitet, viele Entbehrungen auf uns genommen. Jetzt müssen wir sehen, dass wir das alles verarbeitet kriegen“, erklärte Bundestrainer Hagen Stamm.

Nach drei Olympia-Teilnahmen als Spieler wollte der Berliner nun auch als Trainer zum dritten Mal zu Olympischen Spielen fahren. 1984 war Stamm bei den Olympischen Spielen in Los Angeles für den bislang letzten deutschen Medaillenerfolg mitverantwortlich. Damals sicherte sich das Team den dritten Platz.

Noch drei Tickets werden beim Olympia-Qualifikationsturnier vergeben

Als neuer Termin für das Olympia-Qualifikationsturnier ist inzwischen der 14.- 21. Februar 2021 vorgesehen. In Gruppe B trifft das DSV-Team dann gemäß der Auslosung auf Gastgeber Niederlande, den WM-Dritten Kroatien, Russland, Argentinien und einen Asienvertreter.

„Jetzt haben wir wieder ein konkretes Ziel, das ist sehr zu begrüßen“, sagte Stamm zur (noch inoffiziellen) Planung des Weltverbandes FINA. „Ein Termin im Dezember wäre mir aber definitiv lieber gewesen, denn so müssen wir erneut rund um Weihnachten voll durchziehen. Ab Mitte Januar werden Bundesliga und Champions League dann hoffentlich auch pausieren, um eine optimale Vorbereitung zu ermöglichen.

“Natürlich sollen die Qualifikation und der Auftritt in Japan trotz allem das krönende Finale einer in diesem Sport einmaligen Karriere werden.“

Das Ticket für Japan gebucht haben bereits:

  1. Weltmeister Italien
  2. Europameister Ungarn
  3. Weltliga-Sieger Serbien
  4. WM-Finalist Spanien
  5. USA
  6. Australien
  7. Südafrika
  8. Asien-Meister Kasachstan
  9. Gastgeber Japan

Wasserball in a Nutshell

Erste Regeln für Wasserball wurden 1886 in England aufgestellt. Olympisch war Wasserball erstmals in Paris 1900 (für Frauen erst seit 2000), er ist damit die älteste Mannschaftssportart im Programm. Rekord-Olympiasieger ist Ungarn mit neun Goldmedaillen bei den Männern, dahinter kommt Italien und Großbritannien (je 4). Einen deutschen Erfolg gab es nur 1928 in Antwerpen, zudem zweimal Silber 1932 und1936 sowie Bronze 1984.

Die Spielzeit beträgt viermal sieben Minuten (effektiv). Eine Mannschaft besteht aus sieben Spielern*innen, im Kader sind 13, eine Reduzierung auf 12 ist aktuell für Olympia im Gespräch. Das Spielbecken misst 30 x 20m bei den Männern (Frauen: 25 x 17m), die Wassertiefe beträgt mindestens 1,80m. Die Spieler*innen müssen sich immer selber tragen, dürfen sich also nie vom Boden oder Rand abstoßen. Das Tor ist 3m breit und 90cm hoch, der Ball wiegt zwischen 400 und 450 Gramm und muss immer an der Oberfläche gespielt bleiben. Ein Tor kann man mit jedem Körperteil erzielen, jedoch darf der Ball nicht mit der Faust geschlagen werden. Angegriffen werden darf nur der Spieler in Ballbesitz.