Zoe Vogelmann fliegt ins EM-Finale von Budapest

17.05.2021, 12:45Uhr

© Jo Kleindl

Mit ihren 17 Jahren ist Zoe Vogelmann die Jüngste im Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) bei den Europameisterschaften in Budapest (HUN), trotzdem sorgte sie abgezockt für einen gelungenen Auftakt der Beckenwettbewerbe. Die Heidelbergerin schwamm über 400m Lagen in 4:43,51 Minuten im ersten Lauf des Tages persönliche Bestzeit und sicherte sich damit als Siebte gleich mal einen Platz im Finale am Abend (18:00 Uhr).

„Das war das einfachste 400m-Rennen meines Lebens, ich bin quasi geflogen“, freute sich die Junioren-Europameisterin von 2019. „Als ich bei der Hälfte gesehen habe, dass ich gut dabei bin, ging der Rest wie von allein.“ Genau so haben es sich die Bundestrainer vorgestellt mit den Talenten bei diesen Titelkämpfen. „Es geht darum, Spaß zu haben und hier gegen die Besten zu schwimmen, um Erfahrungen zu sammeln“, hatte Vogelmann selbst zu den Zielen bei ihrer internationalen Premiere im Elitebereich auf der 50m-Bahn gesagt, nachdem sie das Ticket für Tokio im vorigen Monat nur um Zehntel verpasst hatte.

„Ich war zu Beginn der Saison ja noch weit weg von der Olympianorm, daher war es relativ überraschend, dass ich überhaupt so nah heranschwimmen konnte. Das zeigt, dass ich eine gute Entwicklung hingelegt habe und macht Mut, dass es in den kommenden Jahren so weiter geht.“

Halbfinale für Köhler, Matzerath und Co.

Die Qualifikation für Tokio verpasst hat auch Angelina Köhler, weil sie im April von einer Covid-19-Erkrankung gestoppt worden war. Nach zwei Wochen Pause ohne Symptome und allen nötigen Gesundheitschecks stieg die 20-Jährige aus Hannover vor drei Wochen aber wieder ins Wasser und startet nun in Budapest über 100m Schmetterling. Ihre Bestzeit (57,85 Sekunden) liegt unter der Olympianorm (57,90). Sie hofft daher, mit einer Leistung in diesem Bereich eine Diskussion über eine Sonderreglung anstoßen zu können.

„Positiv zu bleiben war nicht einfach. Aber die EM ist noch einmal eine Chance für mich zu zeigen, was ich draufhabe. Ich werde in jedem Rennen Vollgas geben und dann werde ich sehen, ob es klappt, eine super Zeit zu schwimmen und an meine Bestzeit heranzukommen.“

Im Vorlauf über 100m Schmetterling erreichte Köhler in 59,12 Sekunden auf jeden Fall schon einmal das Halbfinale am Abend. „Die ersten 50m fühlten sich gut an, dann hat man gemerkt, dass ich zwei Wochen raus war. Aber ich gehe hier Schritt für Schritt, vielleicht geht am Nachmittag ja mehr“, gab sich Köhler kämpferisch.

Ins Halbfinale eingezogen sind am Montagvormittag auch Jessica Felsner (50m Freistil), Marek Ulrich (50m Rücken) und Lucas Matzerath (100m Brust). Letzterer hatte sich für Olympia qualifiziert und will bei der EM auch ohne besondere Vorbereitung noch internationale Wettkampferfahrung sammeln.

„Schon hier in Ungarn werde ich am Nachmittag wohl Bestzeit schwimmen müssen, um ins Finale zu kommen“, sagte der 20-Jährige, der in 59,87 Sekunden Vorlauf-Zwölfter wurde.

Marco Kochs Generalprobe für Olympia

Der andere Olympiastarter des DSV-Teams bei dieser EM ist mit Marco Koch ebenfalls ein Brustschwimmer, der dann über die 200m antreten wird.

„Die EM ist eine Generalprobe auf dem Weg zu Olympia für mich. Wir wollen gucken, wo wir jetzt stehen und woran wir noch arbeiten müssen“, sagte der 31-Jährige.

Auch die Abläufe mit Vorlauf, Halbfinale und Finale gelte es trotz aller Erfahrung für ihn zu üben. „Ich bin immer noch bei Wettkämpfen aufgeregt. Ich denke, in dem Moment, in dem das verloren geht, reicht es auch mit meiner Schwimmkarriere“, verriet der frühere Welt- und Europameister in der Pressekonferenz im Vorfeld der Wettkämpfe. Eine offene Rechnung mit Olympia, wo es bei bisher zwei Versuchen nicht zur Medaille reichte, sieht Marco Koch vor dem dritten Anlauf übrigens nicht.

„In Rio 2016 habe ich ein Rennen gemacht, wo wir alles rausgeholt hatten, was an dem Tag im Körper drin war. Da muss ich mit einem siebten Platz auch zufrieden sein. Ich hoffe, dass ich das nach Tokio auch sagen kann über mein Rennen und alles gepasst hat. Dann würde ich zufrieden sein, auch wenn eine Medaille nicht schlecht wäre.“